Rosenkranzgebet


Die Ordensmeister

Ordensmeister ist ursprünglich das höchste Amt (Ordensoberer) einiger christlicher Ordensgemeinschaften. Gibt es mehrere Ordensmeister, gilt eine zusätzliche Bezeichnung:
Verschiedenen Ritterorden steht ein Großmeister vor.
Dem Deutschen Orden steht der Hochmeister vor.
Dem seit der Reformation evangelischen Johanniterorden steht der Herrenmeister vor.
Im Dominikanerorden lautet der lateinische Titel Magister Ordinis, deutsch „Meister des Ordens“ oder „Generalmeister“.
Im Mercedarierorden lautet der italienische Titel Maestro Generale, also Generalmagister.

Dem Tempelritterorden standen gewöhnlich Ordensmeister vor, die meist die Abteilungen ihrer Zunge (Sprache) regierten.
So war die Amtsbezeichnung des
Friedrich von Alvensleben "Meister des Tempelritter-ordens in Alemanien und Slawien" (Magister Summus Præceptor Militiæ Templi per Teutoniam et Slaviam).
Alleine der Ordensmeister im Heiligen Land wurde gelegentlich auch als "Großmeister" bezeichnet. Der Ordensmeister Bertrand de Blanquefort nahm einige nachhaltige Reformen innerhalb des Templerordens vor. So ließ er die Ordensregel um Ordens-satzungen (sog. „retraez“ oder „retrais“) ergänzen, die den hierarchischen Aufbau des Ordens genau regelten. Außerdem erwirkte er bei Papst Alexander III. für sein Amt den Titel „Meister von Gottes Gnaden“ (Magister Dei Gratia). In seinem Siegel von 1157 verwendete Bertrand erstmals das Motiv der zwei Ritter auf einem Pferd.

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1118 - 1314
1307 - 1317
O.S.M.T.H.
O.D.T.
Chinon-Dokument
Ordensmeister 2


Die Ordensmeister des alten Tempelritterordens

Name
Herkunft
Amtszeit
Champagne
1118/19 - 24.05.1136/37
Maine (bei Vitry)
1136/37 - 13.01.1149
Champagne (Meaux)
1149 - 1152
Freigrafschaft
1152 - 16.08.1153
Burgund
1153 - 17.01.1156
Berry oder Bordelais
1156 - 02.01.1169
Hl. Land
1169 - 1171
Provence
1171 - 08.10.1179
Aragon
1180 - 30.09.1184
Flandern
1185 - 04.10.1189
Maine
1191 - 28.09.1193
Aragòn oder Provence
1194 - 21.12.1200
Anjou
1201 - 12.02.1209
Chartres
1210 - 25.08.1219
Aragòn oder Südfrankreich
1219 - 28.01.1232
Pèrigord
1232 - 17.10.1244
Normandie oder Hl. Land
1244/45 - 09.05.1247
Rouergue
1247 - 11.02.1250
Champagne?
1250 - 20.01.1256
Italien oder England
1256 - 25.05.1273
Beaujolais
1273 - 18.05.1291
Chartres - Blois?
1291 - 16.04.1293
Freigrafschaft
1294 - 18.03.1314


Kurzbiografien der Ordensmeister des alten Tempelritterordens



Hugo de Payns

entstammte dem mittleren Adel der Champagne. Der Ort Payns liegt nur wenige Kilometer von Troyes entfernt. Er war verheiratet und hatte vermutlich einen Sohn mit Namen Thibaud, der Abt des Klosters St. Colombe, Troyes war.


Robert de Craon


stammte wahrscheinlich aus dem französischen Hochadel und kehrte nach seiner Wahl wieder nach Europa zurück, um Papst Innozenz II. davon zu überzeugen, dass die Zehntzahlung und die Unterordnung unter den Patriarchen von Jerusalem für den Orden nicht dienlich sei. Als Ergebnis erließ der Papst die Bulle Omne datum optimum.


Evrard de Barres


entstammte dem mittleren Adel. Der Name findet sich in mehreren Akten Burgunds, Nivernais und in der Bourbon. Tat in Europa Dienst und war im Orden im Rang eines Magisters Galliae tätig. Aus unbekannten Gründen trat er im Jahr 1152 zurück und lebte bis zu seinem Tod (15.11.1176) als Mönch in Clairvaux.


Bernard de Trèmelay


entstammte ebenfalls dem mittleren Adel. Er nahm an der Eroberung Askalons teil und fiel am 16. August 1153 bei der Erstürmung.


André de Montbard


entstammte dem burgundischen Hochadel und war der Onkel des Hl. Bernhard von Clairvaux. Trat 1129 dem Orden bei und war vor seiner Wahl zum Großmeister bereits Seneschall des Ordens. Er starb am 17. Januar 1157 in Jerusalem.


Bertrand de Blanchefort


stammte aus Berry oder Bordelais. Der Zeitpunkt seines Eintrittes in den Orden ist unbekannt. In seiner 13-jährigen Amtszeit wurde die hierarchische Ordnung, sowie die Rechte und Aufgaben der Würdenträger festgelegt. Die Privilegien, die den Templern 1139 mit der Bulle Omne datum Optimum gewährt wurden, durch Papst Alexander III. bestätigt.


Philippe de Naplous



kam etwa 1165 zum Orden und trat im Jahr 1171 - nach nur 2-jähriger Amtszeit als Großmeister - zurück.


Odon de Saint-Amand


gehörte zum Hochadel. Er galt als tapferer Ritter und fähiger Truppenführer, der seine Fähigkeiten während der Zeit als Großmeister unter Beweis stellte. 1179 wurde er bei einem Gefecht mit Saladins Truppen gefangen genommen und starb am 8. Oktober in Gefangenschaft.


Arnaud de Toroge


entstammte dem katalanischen Hochadel. Bevor er zum Großmeister gewählt wurde, war er Meister des Tempels in Spanien. Er galt als solider Verwalter, der den Orden zu seiner größten Blüte führte. Am 30. September 1184 starb er in Verona, während einer Reise nach Italien, um militärische Unterstützung zu ersuchen.


Gerard de Ridefort


Das Eintrittsdatum ist nicht bekannt. 1183 wurde er Seneschall des Ordens. Er galt als unbeherrscht, und man gab ihm die Schuld für die vernichtende Niederlage bei Hattin, die der Beginn des Untergangs des Königreiches Jerusalem markiert. Wahrscheinlich fiel er in einer Schlacht bei Akko.


Robert de Sablé


Es dauerte ungewöhnlich lange bis sich das Wahlgremium auf Robert von Sable als Großmeister einigte. Er konnte die Macht des Ordens in seiner nur zweijährigen Amtszeit wieder festigen. Er starb am 23. September 1193.


Gilbert Erail







Die Herkunft von Gilbert Erail ist nicht genau bekannt. Er stammte vermutlich aus Aragon oder der Provence. Von 1185 bis 1189 war er in der Provence und in Teilen Spanien Magister und von 1190 bis 1193 stellvertretender Meister im Westen. Kriegserfahrung bekam er in Spanien beim Kampf gegen die Mauren. Er wurde als weitsichtiger Diplomat beschrieben. Er war der Erfinder des bargeldlosen Geldverkehrs. Am 29. April 1196 vereinte er den katalanischen Zweig des Ordens S. Mariae Montisgaudii mit dem Templer-Orden. Sein Tod am 12. Dezember 1200 vereitelte sein Vorhaben die Festung Gaston zurückzuerobern.


Philippe de Plessis


Die Herkunft von Philippe de Plessis ist nicht bekannt. Er setzte das Vorhaben seines Vorgängers fort, die Festung Gaston zurückzuerobern, was ihm aber nicht gelang. Er starb am 12. November 1209.


Guillaume de Chartres




trat 1193 in den Orden ein und zog nach Palästina, wo er Komtur der Castrum Album wurde. Zu dieser Zeit schien die Moral des Ordens nicht besonders gut gewesen sein, denn der Papst ermahnte die Templer, dem König von Jerusalem im Kampf gegen die Störer des Reiches beizustehen. Beim Kampf um Damiette taten sie sich durch Mut und Tapferkeit besonders hervor. Guillaume de Chartres starb am 26. August 1219 an den Folgen seiner Kriegsverletzungen.


Pierre de Montaigu


stammte wahrscheinlich aus Aragon und war, bevor er nach Palästina kam, von 1207 bis 1212 Ordensmeister in der Provence. Er starb am 28. Januar 1232.


Armand de Périgord





Die Herkunft von Armand de Pèrigord ist nicht bekannt. Vor seinem Einsatz in Palästina war er Meister der Ordensprovinz Sizilien und Kalabrien. Seine Amtszeit war überschattet von Streitigkeiten zwischen Templern und Johannitern und zwischen Papst und Kaiser. In seiner Amtszeit wurde die Festung Castrum Album (Saphet) wiederaufgebaut. In der Schlacht bei La Forbie fielen 312 Templer, unter ihnen auch der Großmeister (17. Oktober 1244) und der Ordensmarschall Hugo de Moulo.


Richard de Bures




Seine Herkunft und der Eintritt in den Orden sind nicht bekannt, auch gibt es kaum Unterlagen über sein Wirken im Orden: 1241 hatte er in seiner Funktion als Kastellan von Safitha einen Vertrag zwischen Bohemund V. und dem Johanniterorden unterzeichnet und 1243 bestellte man ihn zu einem der Schiedsmänner im Streit der Templer und Johanniter um ihre Besitzungen in der Grafschaft Tripolis und der Herrschaft Margat. Todesursache und -datum sind auch nicht bekannt.


Guillaume de Sonnac




1224 war er Präzeptor von Auzon, 1236 Komtur der Provinz Aquitanien. Nachdem er zum Großmeister gewählt war, kam er ins Heilige Land. Graf Artois, Bruder von König Ludwig von Frankreich, befahl gegen den Willen der Templer die Einnahme der Stadt Mansurah. Die Templer wurden in den engen Gassen von den Mameluken angegriffen und aufgerieben. Fast alle Templer starben. Der Großmeister fiel am 11. Februar 1250 bei der Verteidigung des Lagers von König Ludwig.


Renaud de Vichiers


entstammte aus der Champagne und war von 1240 Präzeptor von Akko. Unter seiner Regentschaft wurde der Orden wieder die Elitetruppe in Palästina. 1255 unternahm der Orden, von Jaffa aus, einen Kriegszug nach Süden. Bei dieser Unternehmung fiel der Großmeister am 20. Januar 1256.


Thomas Berard


stammte aus Italien oder England. In seiner 17-jährigen Amtszeit konnte er durch diplomatisches Geschick den inneren Frieden des Königreiches Jerusalem bewahren. Er starb am 18. März 1291.


Guillaume de Beaujeu



entstammte dem französischen Hochadel und trat 1253 in den Orden ein. 1261 geriet er bei Tiberias in Gefangenschaft und musste freigekauft werden. 1268 wurde er Komtur von Beaufort, 1271 Präzeptor von Tortosa und 1272 Komtur von Sizilien. Er starb 1291 bei der Verteidigung von Akko.


Thibaud Gaudin





Er stammte wahrscheinlich aus spanischem Adel (franz. Quellen nennen auch Blois oder Chartres), kämpfte beim Fall Akkons 1291 und versuchte dem Orden nach dem Verlust des Château Pèlerin (Castrum Peregrinorum, Athlit) neben der Übersiedlung nach Zypern neue Aufgaben im iberischen Raum und Marokko zu geben. Dies stieß auf internen Widerstand der anderen Zungen (Ordensprovinzen), insbesondere der französischen (Champagne, Auvergne, Bourgogne). Er starb am 16. April 1292, ohne seine Ziele in die Tat umgesetzt zu haben.


Jacques de Molay


Vor seiner Wahl zum Großmeister war Jakob von Molay bereits Großpräzeptor. Er stammte aus der Franche-Comté und trat 1265 in den Orden ein. Molay verordnete dem Orden einen strikten Sparkurs und lehnte die überzogenen Geldforderungen von König Philipp IV. entschieden ab.
VIVE DIEU SAINT AMOUR
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