Rosenkranzgebet


DIE ORDENSREGEL DER
PAUPERES COMMILITONES CHRISTI
 TEMPLIQUE SALOMONICI HIEROSALEMITANIS

AD 1128

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1118 - 1314
1307 - 1317
O.S.M.T.H.
O.D.T.
Chinon-Dokument
Ordensmeister 1
Ordensmeister 2

An der Synode nahmen teil:

+ Kardinallegat Matthäus, Bischof von Albano
+ Reinald, Erzbischof von Reims
+ Heinrich, Erzbischof von Sens
+ Gottfried, Bischof von Chartres
+ Gosselin, Bischof von Soissons
+ Stephan, Bischof von Paris
+ Hatto, Bischof von Troyes
+ Johann, Bischof von Orléans
+ Hugo de Montaign, Bischof von Auxerre
+ Burkard, Bischof von Meaux
+ Erlebert, Bischof von Chalons sur Marne
+ Bartholomäus, Bischof von Leon
+ Peter, Bischof von Beauvais



+ Bernhard, Abt von Clairvaux
+ Stephan Harding, Abt von Citeaux
+ Hugo. Abt von Pontigny
+ Guido, Abt von Trois Fontaines
+ Reinald, Abt von Vézelay
+ Ursio, Abt von St. Denis
+ Guido, Abt von Molesmes
+ Herbert, Abt von St. Etienne

Thibaut IV., Graf von Blois u.d. Champagne
Wilhelm, Graf von Nevers
Andreas, Graf von Beaumont
und andere.

I.
II.
III.
IV.
V.
VI.
VII.
VIII.
IX.
X.
XI.
XII.
XIII.
XIV.
XV.
XVI.

XVII.

XVIII.

XIX.
XX.
XXI.
XXII.
XXIII.
XXIV.
XXV.
XXVI.
XXVII.
XXVIII.
XXIX.

XXX.
XXXI.
XXXII.
XXXIII.
XXXIV.
XXXV.
XXXVI.
XXXVII.
XXXVIII.
XXXIX.
XL.
XLI.
XLII.
XLIII.
XLIV.
XLV.
XLVI.
XLVII.
XLVIII.
XLIX.
L.
LI.
LII.
LIII.
LIV.
LV.
LVI.
LVII.
LVIII.
LIX.
LX.
LXI.
LXII.
LXIII.
LXIV.
LXV.
LXVI.
LXVII.
LXVIII.
LXIX.
LXX.
LXXI.
LXXII.

Wie die Brüder am Gottesdienst teilnehmen sollen.
Wie viele 'Vater unser' die Brüder beten sollen, wenn sie am Gottesdienst nicht teilnehmen können.
Was nach dem Tod eines Ordensbruders zu tun ist.
Kapläne und Kleriker erhalten nichts außer Unterhalt und Kleidung.
Was nach dem Tod eines auf Zeit Dienenden getan werden soll.
Ordensbrüder sollen keine Gelübde machen.
Wann man beim Gottesdienst stehen oder sitzen soll.
Vom gemeinsamen Mahl.
Beim Mittags- und Abendessen soll eine heilige Lesung vorgetragen werden.
Dreimal in der Woche soll es Fleisch für die Gesunden geben.
Über die Ordnung bei den Mahlzeiten.
An den restlichen Tagen sollen 2 oder 3 Gemüse- oder andere Gerichte genügen.
Welche Speisen am Freitag gereicht werden sollen.
Nach der Mahlzeit sollen sie immer ein Dankgebet zu Gott sprechen.
Der Zehnte eines jeden Brotes soll immer dem Almosenier gegeben werden.
Es ist in das Belieben des Meisters gestellt, den Brüdern vor der Komplet ein Glas Wein oder Wasser ausschenken zu lassen.
Nach der Komplet soll Schweigen gehalten werden. Nur bei zwingender Notwendigkeit darf es gebrochen werden.
Erschöpfte brauchen nicht zur Matutin aufstehen, sondern dürfen mit Erlaubnis des Meisters liegen bleiben.
Ritter und die anderen Brüder erhalten das gleiche Essen.
Wie und auf welche Weise die Ritter und die anderen zum Kloster gehörenden gekleidet sein soll.
Dienende Brüder sollen keine weißen Mäntel tragen.
Nur den Ordensrittern steht der weiße Mantel zu.
Wie die alte Kleidung an die Knappen, die dienenden Brüder und an die Armen verteilt werden soll.
Sie sollen nur Schaffelle haben.
Wer Besseres begehrt, soll Einfacheres erhalten.
Wie Kleidung und Schuhe beschaffen sein sollen und welche Anzahl man haben soll.
Der Drapier soll auf die Gleichheit der Bekleidung achten.
Von der Überflüssigkeit der Haare, des Backenbarts und des Schnurrbartes.
Von Schnabelschuhen und Schuhschleifen und der Länge der Gewänder bei den nicht auf Dauer Dienenden.
Von der Zahl der Pferde und Knappen.
Keiner soll sich anmaßen, seinen Knappen, der aus Liebe dient, zu schlagen.
Wie die auf Zeit dienenden Brüder aufgenommen werden.
Keiner soll nach seinem eigenen Willen, vielmehr (nur) auf Befehl des Meisters ausgehen.
Keiner soll für sich persönlich ein Pferd oder Waffen fordern.
Von den Zügeln, Steigbügeln und den Sporen.
Überzüge über Lanzen, Spießen und Schildern sind nicht zugelassen.
Wie die Futtersäcke der Pferde sein sollen.
Von der Vollmacht des Meisters, des einen Sachen einem anderen zu geben.
Es ist keinem Bruder erlaubt, ohne Befehl des Meisters seine Sachen zu tauschen.
Einer soll vom anderen nichts verlangen, außer unbedeutende Dinge und nur der Bruder vom Bruder.
Vom Verschluss am Reitsack und Koffer ohne Erlaubnis des Meisters.
Ob ein Ordensbruder ohne Erlaubnis Briefe schreiben oder empfangen darf.
Es ist nicht erlaubt, mit einem anderen über seine Fehler oder die anderer zu schwatzen.
Keiner soll mit dem Vogel einen anderen Vogel fangen.
Sie sollen sich vor jeder Gelegenheit zur Jagd hüten.
Hinsichtlich des Löwen gibt es keine Vorschriften.
Hört über jede von euch abverlangte Sache das Urteil (erg. des Gerichts).
Ähnlich soll über alle euch genommenen Sachen verfahren werden.
Es ist allen Professrittern erlaubt, Land und Leute zu haben.
Von den kranken Rittern und anderen Brüdern.
Wie deren Pfleger sein sollen.
Keiner soll den anderen zum Zorn reizen.
In welcher Form man mit Verheirateten verfahren soll.
Es ist nicht erlaubt, weiterhin Schwestern zu haben.
Es ist nicht gut, mit Exkommunizierten Umgang zu pflegen.
Wie die Brüder, die neu zum Eintritt kommen, aufzunehmen sind.
Wann alle Brüder zum Rat zu rufen sind.
Wie gebetet wird.
Ob es von Übel ist, den Eid eines Dienenden anzunehmen.
Wie Knaben aufgenommen werden sollen.
Wie die Greise geehrt werden sollen.
Ob es nützlich ist, allen gleichermaßen Verpflegung und Kleidung zu geben.
Von Brüdern, die durch verschiedene Provinzen reisen.
Von zu erhebenden Zehnten.
Von leichten und schweren Vergehen.
Durch welche Schuld ein Bruder nicht mehr angenommen (d.h. ausgestoßen) wird
Vom Osterfest bis zum Fest Allerheiligen soll ein Bruder, wenn er will, nur ein leinenes Hemd haben.
Wie viele und welche Leintücher in den Betten nötig sind.
Von zu meidenden Murren.
Sie sollen ihre Aufmerksamkeit nicht auf das Angesicht von Frauen richten.
Keiner soll Pate sein.
Von den Vorschriften.

Vorwort

Wir wenden uns zuerst an alle diejenigen, welche ihrem eigenen Willen zu folgen verschmähen und mit reinem Herzen dem höchsten Könige Ritterdienste zu tun begehren und mit eifriger Sorgfalt die sehr edle Rüstung des Gehorsams auszufüllen sich bemühen und dieselbe auch dauernd ausfüllen. Und so ermahnen wir euch, die ihr bis jetzt weltliches Rittertum ausgeübt habt, wobei nicht Jesus Christus die Ursache war, sondern allein um der Gunst der Menschen willen habt ihr ihm (dem Rittertum) euch zugewandt, dass ihr denen folgt, welche Gott aus der Masse der Verdammnis auserlesen und damit seine Gnade und Barmherzigkeit zur Verteidigung der heiligen Kirche berufen hat, und euch beeilet, ihnen für immer Euch zuzugesellen.

Vor allen Dingen musst du, wer du auch seist, Ritter Christi, wenn du einen so heiligen Übertritt erwählst, mit reinem Fleiß und fester Beharrlichkeit dich deinem Berufe widmen, welcher von Gott so würdig, so heilig und so erhaben angesehen wird, dass, wenn er rein und mit Ausdauer erfüllt wird, du verdienst, Anteil unter den Streitern zu erhalten, welche für Jesus Christus ihr Leben hingeben. Denn in ihm, deinem Beruf, ist der Ritterstand erblüht und zu neuem Leben erwacht, welcher (bis jetzt, den Eifer für die Gerechtigkeit verachtend) weder die Armen noch die Kirchen, was seine Aufgabe war, zu verteidigen, vielmehr zu rauben, Beute zu machen und zu töten sich bemühte.
Wohl geschieht also mit uns, denen unser Herr und Heiland Jesus Christus seine Freunde aus der heiligen Stadt (Jerusalem) in das Gebiet von Frankreich und Burgund gesandt hat, welche um unseres Heils und um der Verbreitung des wahren Glaubens willen nicht aufhören, ihre Seelen Gott als wohlgefälliges Opfer darzubringen.

Daher haben wir uns in aller Freudigkeit und brüderlicher Anhänglichkeit auf die Bitten des Meisters Hugo, von dem der genannten Ritterorden seinen Anfang nahm, auf Eingabe des heiligen Geistes mit vielen aus den verschiedenen Provinzen jenseits der Berge am Fest des heiligen Hilarius im Jahr 1128 der Menschwerdung Jesu Christi, im neunten Jahr der Gründung des genannten Ritterordens, in Troyes unter Gottes Führung versammelt und die Art und Pflichtbeobachtung des Ritterordens durch die einzelnen Abschnitte aus dem Mund des genannten Meisters Hugo selbst zu vernehmen verdient und nach der Kenntnis der Schwachheit unseres Wissens das, was uns gut und nützlich erschien, gebilligt, das jedoch, was in der Tat uns töricht erschien, beiseite gelassen.

Alles das, was auf dem gegenwärtigen Konzil nicht auswendig vorgetragen und dargetan werden konnte, haben wir nicht mit Leichtfertigkeit, sondern der klugen Voraussicht und Weisheit des ehrwürdigen Vaters Honorius und des berühmten Patriarchen von Jerusalem Stephan, der an Erfolgen reich und weil er an Ort und Stelle ist, die Verhältnisse im Orient am besten kennt, und endlich dem Beschluss des allgemeinen Kapitels der armen Ritter Christi einmütig überlassen.
In der Tat dürfen wir, obgleich eine gar große Anzahl frommer Väter, die sich auf diesem Konzil unter göttlicher Eingebung versammelt haben, die Gültigkeit unserer Darstellung anerkannt hat, die richtigen Ansichten, die sie äußerten und vertraten, durchaus nicht mit Stillschweigen übergehen.

So bin ich, Johannes Michaelensis, durch die Gnade Gottes für würdig befunden worden, der bescheidene Schreiber des vorliegenden Schriftstückes zu sein auf Geheiß des Konzils und des ehrwürdigen Abtes von Clairvaux, Bernhard, welchem dieses Amt übergeben und anvertraut wurde.

Dies sind die Namen der am Konzil Teilnehmenden: Zunächst waren anwesend Matthäus, Bischof von Albano, durch die Gnade Gottes Legat der heiligen römischen Kirche, dann Reinald Erzbischof von Reims, drittens Heinrich Erzbischof von Sens. Sodann deren Suffragane Gottfried, Bischof von Chartres, Gosselin, Bischof von Soissons, der Bischof von Paris, der Bischof von Troyes, der Bischof von Orléans, der Bischof von Auxerre, der Bischof von Meaux, der Bischof von Chalons, der Bischof von Laon, der Bischof vom Beauvais; Raimund, Abt von Vézelay, welcher später Erzbischof von Lyon und Legat der römischen Kirche wurde, der Abt von Citeaux, der Abt von Pontigny, der Abt von Trois Fontaines, der Abt von St. Stephan in Dijon, der Abt von St. Denis in Reims, der Abt von Molesmes, der obengenannte Bernhard, Abt von Clairvaux, dessen Ansichten den lebhaften Beifall der vorher Genannten fand. Es waren auch anwesend Magister Alberich von Reims und Magister Fulcher und mehrere andere, die aufzuzählen zu lang würde. In betreff der anderen, welche keine Gelehrten waren, scheint es mir angebracht, sie als glaubwürdige in dieser Sache anzuführen es sind Graf Thibaut, der Graf von Nevers und Andreas von Baudiment. Diese beteiligten sich an dem Konzil so, dass sie mit sehr eifriger Sorgfalt herauszufinden suchten, was verständig war, und das, was ihnen nicht vernünftig schien, missbilligten.

Der Meister der Ritterschaft namens Hugo war selbst anwesend und hatte einige seiner Brüder bei sich, nämlich Bruder Gottfried, Bruder Roland, Bruder Gaufried Biso, Bruder Payens von Montdidier, Bruder Archibald von St. Amand. Dieser Meister führte mit seinen Jüngern nun die obengenannten Väter, soweit er sich daran erinnern konnte, in die Art und Observanz des geringen Anfänge seines Ritterordens ein, welcher von dem, der spricht: "Ich, der ich mit euch rede, bin der Anfang" (Joh. 8,25), seinen Ursprung genommen hat.

Dem Konzil hat es daher gefallen, dass das Ergebnis der Beratung, welches hier durch das Studium der heiligen Schrift sorgfältig ausgearbeitet und geprüft wurde, mit der Voraussicht des römischen Papstes und des Patriarchen von Jerusalem sowie der Zustimmung des Kapitels der armen Ritter Christi vom Tempel, welcher in Jerusalem ist, aufgezeichnet wurde, damit es nicht der Vergessenheit anheimfalle und sicher aufbewahrt werde, auf dass sie (die Ordensritter) sich würdig zeigen, geradewegs zu ihrem Schöpfer zu gelangen, dessen Süßigkeit soviel den Honig übertrifft, dass dieser, mit ihr verglichen, bitter ist wie der bitterste Wermut und mit dessen Beistand sie kämpfen und kämpfen mögen in alle Ewigkeit. Amen.

I. Wie die Brüder am Gottesdienst teilnehmen sollen.

Ihr, die ihr eurem eigenen Willen entsagt, und die anderen, die mit euch für das Heil ihrer Seelen mit Pferden und Waffen dem höchsten König auf Zeit dienen, seit immer bestrebt, mit frommen und reinem Gemüt, die Matutin und den ganzen vollständigen Gottesdienst nach der kanonischen Vorschrift und der Gewohnheit der Stiftsherren der heiligen Stadt zuzuhören.
Deshalb ehrwürdige Brüder ist es eure größte Pflicht, weil ihr versprochen habt, das Licht des jetzigen Lebens und die Qualen eures Körpers gering zu schätzen und aus Liebe zu Gott die wilde Welt für immer zu verachten. Durch die göttliche Speise gestärkt und gesättigt und in den Geboten des Herrn unterwiesen und gefestigt soll sich nach Vollzug der göttlichen Mysterien keiner fürchten, in die Schlacht zu ziehen, vielmehr bereit sein für die Krone.

II. Wie viele 'Vater unser' die Brüder beten sollen, wenn sie am Gottesdienst nicht teilnehmen können.

Übrigens, wenn ein Bruder in Geschäften der Christenheit im Morgenland unterwegs ist, was ohne Zweifel öfters vorkommt, und deshalb den Gottesdienst nicht mitfeiern kann, soll er für die Matutin dreizehn Gebete des Herrn ("Vater unser") beten und für die einzelnen Horen sieben, jedoch für die Vesper neun, was wir gutheißen und einmütig mit deutlicher Stimme bekräftigen. Diejenigen aber, die zu heilbringendem Auftrag ausgesandt, nicht zur entsprechenden Stunde zum Gottesdienst kommen können, sollen, wenn es möglich ist, von der verpflichtenden Anordnung die festgesetzten Horen nicht übergehen.

III. Was nach dem Tod eines Ordensbruders zu tun ist.

Wenn einer vom den Ordensbrüdern den Tod, der niemanden schont, anheimfällt, dem sich zu entziehen unmöglich ist, befehlen wir den Kaplänen und Klerikern, die bei euch auf Zeit dem höchsten Priester aus Liebe dienen, Christus das schuldige Offizium und die Messe feierlich für die Seele (des Verstorbenen) reinen Herzens darzubringen. Die Brüder andererseits, die da (wo sich der Leichnam befindet) anwesend sind und in Gebeten für das Heil des verstorbenen Bruders die Nacht gläubig ausharren, sollen 100 "Vater unser" bis zum siebten Tag für den verstorbenen Bruder verrichten; desgleichen soll von jenem Tag an, wo ihnen das Ableben des Bruders bekannt wird, bis zum vorgenannten Tag in brüderlicher Ehrerbietung die Hundertzahl (der "Vater unser") zur unversehrten Vollendung (des Toten) gehalten werden. Dazu allerdings bitten wir aus göttlicher und barmherziger Liebe und befehlen aus pastoraler Vollmacht, dass täglich soviel an Speise und Trank, als sie einem lebenden Bruder, soviel zu dessen Lebensunterhalt nötig ist, gegeben wurde oder geschuldet wird, einem Armen bis zum vierzigsten Tag gewährt werde. Alle anderen Opfergaben, die beim Tode von Brüdern und am Osterfest und an anderen Festen des Herrn die freiwillige Armut der armen Tempelritter ohne Unterschied darzubringen pflegte, verbieten wir gänzlich.

IV. Kapläne und Kleriker erhalten nichts außer Unterhalt und Kleidung.

Mit wachsamer Sorge ordnen wir in Einheit mit dem allgemeinen Kapitel an, andere Opfergaben und Almosen aller Art, welche auf irgendwelche Weise den Kaplänen und anderen (erg. Klerikern), die auf Zeit bei euch weilen, geschenkt werden, zurückzugeben. Die Diener der Kirche sollen nach göttlichem Willen nur Nahrung und Kleidung haben und sonst nichts zu besitzen begehren, da sie denn, der Meister würde ihnen freiwillig aus Freundlichkeit geben.

V. Was nach dem Tod eines auf Zeit Dienenden getan werden soll.

Es gibt Ritter im Haus Gottes und des Tempels Salomon, die aus Barmherzigkeit auf Zeit mit euch leben, daher bitten wir euch aus unaussprechlichem Erbarmen, fordern und befehlen zuletzt ausdrücklich: wenn während der Zeit die göttliche Macht einen (erg. Gastritter) zum letzten Tag geführt hat, soll aus göttlicher Liebe und brüderlichem Mitleid für die Seele des Verstorbenen ein Armer sieben Tage den Unterhalt erhalten und ein Jeder soll dreißig "Vater unser" beten.

VI. Ordensbrüder sollen keine Gelübde machen.

Wir bestimmen, wie oben gesagt, dass kein Ordensbruder irgendein Gelübde abzulegen sich anmaße, vielmehr Tag und Nacht mit reinem Herzen in seinem Versprechen verharre, damit er sich in diesem vergleichen kann: "Ich will den Kelch des Heils erheben" (Ps 116, 13), das heißt, in meinem Tod das Sterben des Herrn nachahmen, und wie Christus sein Leben für die Brüder hinzugeben. Das ist ein geziemendes Gelübde, das ist ein lebendiges und gottgefälliges Opfer.

VII. Wann man beim Gottesdienst stehen oder sitzen soll.

Es ist uns aber durch überaus glaubwürdige Zeugen zu Ohren gekommen, dass ihr offenbar regellos und ohne Maß das göttliche Officium im Stehen anhört. Dass dies so gehalten wird, haben wir nicht angeordnet, wir missbilligen es in höchstem Maße. Wir befehlen, dass nach beendigtem Psalm "Venite exultemus domine" mit dem Inivitatorium und dem Hymnus sich alle, die Starken wie die Schwachen, setzen, um ein Ärgernis zu vermeiden. Wir legen euch dar, dass ihr, wenn ihr schon sitzt, am Schluss eines jeden Psalms beim Vortrag des "Gloria patri" von euren Sitzen erhebt und euch zum Altar zur Verehrung der heiligen, hier genannten Dreifaltigkeit wendet, während die Schwachen sich verneigen. So schreiben wir auch das Stehen beim Vortrag des Evangeliums und beim "Te Deum laudamus" und für die gesamte Laudes bis zum "Benedicamus Domino" am Schluss vor und befehlen, dieselbe Regel in der Matutin der heiligen Maria zu halten.

VIII. Vom gemeinsamen Mahl.

Wir gestatten, dass ihr in einem gewissen Palast, besser gesagt im Refektorium, die Mahlzeiten gemeinsam einnehmt, jedoch dass ihr um das was euch nötig sein mag, wegen der Unkenntnis der Zeichen gelassen und unauffällig bitten sollt. 
So ist zu jeder Zeit das, was euch erforderlich ist, mit aller Demut und ehrfürchtigen Unterwerfung zu erbitten, vor allem bei Tisch wie der Apostel sagt: "Iss dein Brot unter Schweigen" (2. Tess 3,12). Und der Psalmist soll euch ermuntern: "Ich habe eine Wache meinem Mund gesetzt" (Ps 39,2), das heißt, ich habe bei mit erwogen, "dass ich mit der Zunge nicht fehle", das heißt, meinen Mund bewahre, um nicht übel zu reden.

IX. Beim Mittags- und Abendessen soll eine heilige Lesung vorgetragen werden.

Bei der Hauptmahlzeit und beim Abendessen soll immer eine heilige Lesung vorgetragen werden. Wenn wir nämlich den Herrn lieben, müssen wir nach seinen heilbringenden Worten und Vorschriften mit dem aufmerksamsten Ohr verlangen. Der Vorleser der Lesungen soll euch anweisen, Stillschweigen zu halten.

X. Vom Fleischgenuss.

In der Woche wahrlich, wenn nicht der Geburtstag des Herrn oder Ostern oder das Fest der Heiligen Maria oder Allerheiligen trifft, mag euch dreimaliger Fleischgenuss genügen, weil der gewöhnliche Fleischgenuss oder -verzehr als eine (erg. wenn auch nicht) unanstößige Verderbnis des Körpers angesehen wird. Wenn jedoch ein solches Fasten auf den Dienstag fällt und das Fleischessen unterlassen wird, dann soll euch am folgenden Tag reichlich verabreicht werden. Es scheint uns unzweifelhaft gut und angemessen, am Sonntag jedoch zu Ehren der heiligen Auferstehung allen Rittern und Ordensbrüdern, desgleichen den Kaplänen zwei Fleischportionen zu geben. Die anderen jedoch, nämlich die Knappen und das Gesinde, sollen mit einer unter Danksagung zufrieden sein.

XI. Über die Ordnung bei den Mahlzeiten.

Bei Ermangelung der Näpfe sollen sie allgemein zu zweit essen und der eine soll eifrig für den anderen sorgen, damit weder rohe Lebensart noch heimliche Enthaltsamkeit beim gemeinsamen Mahl sich einschleiche. Wir halten es jedoch für billig, dass ein jeder Ritter und Bruder ein gleichgroßes Maß Wein für sich allein habe.

XII. An den restlichen Tagen sollen 2 oder 3 Gemüsegerichte genügen.

Wir sind der Ansicht, dass an den anderen Tagen nämlich, und zwar am Montag und Mittwoch wie auch am Samstag zwei oder drei Gerichte von Hülsenfrüchten oder anderen Speisen, oder sogenannte gekochte Zuspeise, allen genügt; und wir bestimmen es so zu halten, damit derjenige, der von einem Gericht nichts essen kann, sich von dem anderen ernähre.

XIII. Was am Freitag gegessen werden soll.

Wir heißen es gut, wenn am Freitag der gesamten Kongregation, abgesehen von der Schwäche der Kranken, zur Verehrung des Leidens des Herrn eine einmalige Fastenspeise genügt vom Fest Allerheiligen bis Ostern, ausgenommen wenn Weihnachten, ein Fest der heiligen Maria oder der Apostel auf einen Freitag fällt. Zur übrigen Zeit jedoch, wenn nicht ein allgemeines Fasten gehalten wird, kann man zweimal essen.

XIV. Nach der Mahlzeit sollen sie Dank sagen.

Wir ordnen unauflöslich an, dass nach der Hauptmahlzeit und nach dem Abendessen in der Kirche, wenn sie nahe ist, oder wenn das nicht der Fall ist, am selben Ort Christus, unserem höchsten Erhalter, mit demütigem Herzen, wie es sich gebührt, Dank zu sagen. Die Überbleibsel (erg. des angebrochenen Brotes) sollen aus brüderlicher Liebe an die Diener und die Armen verteilt, die nicht angebrochenen Brote aufbewahrt werden.

XV. Der zehnte Teil des Brotes soll immer dem Almosenpfleger gegeben werden.

Wenn auch der Lohn der Armut, welcher nämlich das Himmelreich ist, ohne Zweifel den Armen zuteil wird, so befehlen wir euch, die der christliche Glaube über jene unzweifelhaft belehrt, dennoch, den zehnten Teil des Brotes täglich eurem Almosenpfleger zu geben.

XVI. Die Collation liegt im Belieben des Meisters.

Wenn die Sonne die östliche Region verlässt und zur winterlichen hinabsteigt, sollt ihr alle auf das Glockenzeichen, wie es in der betreffenden Gegend Brauch ist, zur Komplet schreiten. Doch wir wünschen, dass vorher eine allgemeine Collation eingenommen wird. Wir stellen diese Collation der Entscheidung und dem Gutdünken des Meisters anheim, so dass sie, wenn der will, als Wasser und, wenn er aus Barmherzigkeit gestattet, aus gemischtem Wein angemessen zu sich genommen wird. Tatsächlich darf dies aber nicht zu übermäßiger Sättigung führen, vielmehr sei sie recht sparsam, denn "der Wein bringt sogar die Weisen zum Abfall" (Spr. 20,1).

XVII. Nach beendeter Komplet ist Schweigen zu halten.

Nach Beendigung der Komplet ist danach zu Bett zu gehen. Für die aus der Komplet gehenden Brüder gibt es ausdrücklich keine Erlaubnis, mit jemandem in der Öffentlichkeit, außer bei zwingender Notwendigkeit, zu sprechen. Der, der seinem Knappen etwas zu sagen hat, soll es leise sagen. Vielleicht kommt es vor, dass in diesem Zeitabschnitt eine höchst zwingende Dringlichkeit in Kriegsgeschäften oder im Bestand eures Hauses, weil für dieses der Tag euch nicht ausreichend schien, von euch, die ihr aus der Komplet kommt, fordert, dass sich der Meister selbst oder der, dem nach dem Meister das Regiment des Hauses anvertraut ist, mit einem Teil der Brüder bespricht.
Wir gebieten, dass es also geschieht, denn es steht geschrieben: "Bei vielem Reden entgehst du der Sünde nicht" (Spr. 10.19). In jeder Besprechung verbieten wir ausdrücklich leichtfertige Späße, albernes und zum Lachen reizendes Geschwätz. Und euch, die ihr eure Schlafstellen aufsucht, geben wir auf, in Demut und reiner Ergebung ein "Vater unser" zu sprechen, wenn einer etwas Törichtes gesagt hat.

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VIVE DIEU SAINT AMOUR
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